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Trauerredner werden: Ausbildung, Voraussetzungen und Chancen

Die meisten von uns haben bei einer Trauerfeier selbst schon einmal erlebt, wie schwer es sein kann, die richtigen Worte zu finden. Da ist ein Mensch gestorben, der anderen viel bedeutet hat. Und plötzlich soll in einer Trauerfeier all das einen Platz bekommen, was zu seinem Leben gehört: Erinnerungen, Geschichten, Eigenheiten, schöne Momente und manchmal auch Dinge, über die man lieber schweigt.

Die meisten von uns haben bei einer Trauerfeier selbst schon einmal erlebt, wie schwer es sein kann, die richtigen Worte zu finden.

Da ist ein Mensch gestorben, der anderen viel bedeutet hat. Und plötzlich soll in einer Trauerfeier all das einen Platz bekommen, was zu seinem Leben gehört: Erinnerungen, Geschichten, Eigenheiten, schöne Momente und manchmal auch Dinge, über die man lieber schweigt.

Als Trauerrednerin lerne ich einen Menschen über die Geschichten seiner Angehörigen kennen. Ich höre zu, stelle Fragen und versuche, aus diesen Erzählungen eine persönliche Trauerrede entstehen zu lassen.

Hast Du selbst schon einmal darüber nachgedacht, Trauerredner zu werden? Dann möchtest Du vermutlich wissen, wie der Einstieg aussieht, ob Du eine Ausbildung brauchst und was Du für diese Arbeit mitbringen solltest.

Ich erzähle Dir, welche Ausbildungswege es gibt, welche Voraussetzungen hilfreich sind und welche Möglichkeiten sich daraus beruflich ergeben können.

  • Für Trauerredner gibt es in Deutschland derzeit keine anerkannte Berufsausbildung.
  • Eine Ausbildung kann Dir helfen, das Handwerk zu lernen und Deinen eigenen Stil zu entwickeln.
  • Ein bestimmter Schul- oder Berufsabschluss ist nicht vorgeschrieben. Viele Menschen kommen als Quereinsteiger zu dieser Tätigkeit.
  • Zum Beruf gehören Gespräche mit Angehörigen, das Schreiben der Trauerrede und die Begleitung der Trauerfeier.
  • Freie Formen der Abschiedsgestaltung haben in den vergangenen Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Der Anteil kirchlich begleiteter Bestattungen lag 2024 bei 43,3 Prozent, 2000 waren es noch 71,5 Prozent.

Was macht ein Trauerredner?

Die Trauerrede zu schreiben ist nur ein Teil der Aufgaben eines Trauerredners.

Am Anfang steht das Gespräch mit den Angehörigen. Du hörst zu und erfährst, wer der verstorbene Mensch war. 

Was hat ihn ausgemacht? 

Was hat er geliebt? 

Worüber konnte man mit ihm lachen? 

Welche Menschen waren ihm wichtig?

Aus den Gesprächen entsteht später die Trauerrede. Dabei zählen wir nicht einfach nur Lebensdaten auf. Eine persönliche Rede soll etwas von dem Menschen erzählen, der gegangen ist. Seine Eigenheiten dürfen darin vorkommen. Schöne Erinnerungen dürfen Platz haben. Und manchmal darf eine Trauerrede sogar ein Lachen hervorkitzeln.

Je nach Feier gehören weitere Aufgaben dazu. 

Du kannst den Ablauf mit den Angehörigen und dem Bestattungsunternehmen besprechen, Musik und persönliche Beiträge einplanen und die Feier begleiten. Auch die Verabschiedung am Grab oder an der Urne kann zu Deiner Aufgabe gehören.

Wie wird man Trauerredner und welche Ausbildungswege gibt es?

Du brauchst dafür keinen bestimmten Studienabschluss und keine kirchliche Ausbildung.

Für Trauerredner gibt es in Deutschland derzeit keine staatlich anerkannte Berufsausbildung. Die BATF, ein Berufsverband für Trauerrednerinnen und Trauerredner, weist darauf hin, dass viele Menschen als Quereinsteiger in diesen Beruf kommen.

Du kannst Dir also Deinen eigenen Weg suchen.

Eine Ausbildung kann Dir dabei helfen, das Handwerk zu lernen. Du beschäftigst Dich mit Trauergesprächen, dem Aufbau einer Rede und der Gestaltung einer Trauerfeier. Vor allem kannst Du üben.

Denn irgendwann geht es darum, selbst vor Menschen zu stehen und eine Rede zu halten.

Was lernst Du in einer Trauerredner Ausbildung?

In meinen Augen ist eine gute Ausbildung vor allem praktisch.

In meiner Ausbildung zum Trauerredner kannst Du lernen, wie Du ein Erstgespräch führst und welche Fragen Dir helfen, einen Menschen wirklich kennenzulernen. Du beschäftigst Dich mit dem Aufbau einer Trauerrede und damit, wie aus vielen einzelnen Erinnerungen eine persönliche Geschichte entsteht.

Auch der Ablauf einer Trauerfeier gehört dazu: Welche Rolle spielt die Musik? Wie können Angehörige oder Freunde einbezogen werden? Welche Rituale passen zu diesem Menschen?

Und dann kommt der besondere Moment, in dem Du selbst eine Trauerrede schreibst und hältst.

All das lernen wir in meiner Ausbildung. Du bekommst Rückmeldung und kannst herausfinden, wie Du sprechen und arbeiten möchtest. Mir ist wichtig, dass Du am Ende nicht meine Art zu reden kopierst. 

Du sollst Deinen eigenen Stil finden.

Welche Voraussetzungen brauchst Du?

Welche Voraussetzungen brauchst Du?

Eine lange Liste von Abschlüssen gibt es hier nicht.

Hilfreich ist, wenn Du gerne mit Menschen sprichst und ihnen aufmerksam zuhören kannst. Du solltest Dich auf unterschiedliche Persönlichkeiten einlassen können. Auch beim Schreiben und freien Sprechen kannst Du Dir nach und nach Sicherheit aufbauen.

Dazu kommt etwas, das sich nicht in einem Zeugnis nachweisen lässt: Lebenserfahrung.

Du wirst Menschen kennenlernen, die gerade einen wichtigen Menschen verloren haben. Du hörst Geschichten aus einem ganzen Leben. Manchmal wird dabei gelacht, manchmal geweint. Manchmal erzählen Angehörige auch Dinge, die lange nicht ausgesprochen wurden.

Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, wie Du trauernden Menschen begegnen kannst, habe ich dazu einen eigenen Beitrag über den Umgang mit Trauernden geschrieben.

Du darfst dabei berührbar sein. Gleichzeitig gehört es zu Deiner Aufgabe, bei Dir zu bleiben und die Angehörigen in diesem Moment zu begleiten.

Kann ich als Quereinsteiger Trauerredner werden?

Ja. Viele Menschen kommen als Quereinsteiger zu dieser Tätigkeit.

Wenn Du bereits in einem anderen Beruf gearbeitet hast, bringst Du vermutlich bereits Erfahrungen mit, die Dir als Trauerredner zugutekommen können. Wer beruflich viel mit Menschen zu tun hatte, Gespräche geführt, geschrieben, organisiert oder vor Gruppen gesprochen hat, kann vieles davon später nutzen.

Auch Deine Lebenserfahrung gehört zu dem, was Du mitbringst. In Gesprächen mit Angehörigen geht es um ein ganzes Leben. Du hörst Geschichten aus der Kindheit, von der Familie, aus dem Berufsleben oder von gemeinsamen Reisen. Deine Aufgabe ist es, daraus die Geschichte eines Menschen zu verstehen und später in Worte zu fassen.

Selbstständig als Trauerredner: Welche Möglichkeiten gibt es?

Viele freie Trauerredner arbeiten selbstständig. Du kannst mit Bestattungsunternehmen zusammenarbeiten oder direkt von Angehörigen angefragt werden.

Gerade am Anfang geht es darum, Kontakte aufzubauen und bekannt zu werden. Du kannst Bestattungsunternehmen in Deiner Region ansprechen, Dich vorstellen und erklären, wie Du arbeitest. Wenn Menschen mit Deiner Arbeit zufrieden waren, können daraus später Empfehlungen entstehen.

Du kannst die Tätigkeit neben Deinem bisherigen Beruf aufbauen oder sie zu Deinem Hauptberuf machen.

Auch bei den Honoraren gibt es keine feste Zahl. Der Bundesverband Deutscher Bestatter nennt für professionelle Trauerredner meist einen Betrag im unteren dreistelligen Bereich pro Trauerfeier. Die tatsächlichen Honorare können je nach Region, Umfang der Aufgabe und vereinbarten Leistungen unterschiedlich sein.

Wie viel Du tatsächlich verdienst, hängt von Deinen Honoraren, der Zahl Deiner Aufträge und Deinen laufenden Kosten als Selbstständige ab.

Gibt es einen Bedarf für freie Trauerredner?

Unsere Bestattungskultur hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert.

2024 wurden in Deutschland 43,3 Prozent der Bestattungen von der evangelischen oder katholischen Kirche begleitet. Im Jahr 2000 waren es noch 71,5 Prozent. Aeternitas beschreibt einen langfristigen Rückgang kirchlicher Bestattungen und eine zunehmende Bedeutung weltlicher Trauerfeiern.

Diese Zahlen sagen allerdings nicht, wie viele Menschen sich für eine freie Trauerfeier oder einen Trauerredner entscheiden. Eine Gesamtstatistik dazu gibt es nicht.

Mein Gedanke dazu

Wenn Du darüber nachdenkst, Trauerredner zu werden, schau Dir zunächst an, was zu dieser Arbeit gehört.

Du führst Gespräche mit Angehörigen. Du hörst Dir Geschichten über einen Menschen an, den Du selbst nie kennengelernt hast. Du suchst nach dem, was diesen Menschen ausgemacht hat, und bringst es später in eine Rede. Bei der Trauerfeier stehst Du vor den Angehörigen und sprichst über diesen Menschen.

Wenn Dich diese Arbeit anspricht, kannst Du Dich mit mir Schritt für Schritt darauf vorbereiten.

Eine Ausbildung gibt Dir Gelegenheit, die verschiedenen Aufgaben kennenzulernen und selbst auszuprobieren, wie Du eine Trauerrede schreibst und hältst. In meiner Ausbildung zum freien Trauerredner gehört genau das dazu. Du bekommst Rückmeldung und kannst Deinen eigenen Stil entwickeln.

Wenn Du Fragen zur Ausbildung oder zum Beruf hast, kannst Du mich gerne ansprechen. Wir können dann gemeinsam schauen, ob diese Arbeit zu Dir passt.

Häufige Fragen zum Trauerredner werden

Brauche ich eine bestimmte Ausbildung, um Trauerredner zu werden?

Nein. Eine staatlich anerkannte Berufsausbildung zum Trauerredner gibt es derzeit nicht. Du kannst Dir das notwendige Wissen und die praktische Erfahrung über eine entsprechende Ausbildung aneignen.

Kann ich Trauerredner werden, wenn ich noch nie eine Trauerrede gehalten habe?

Ja. Eine Ausbildung ist ein guter Ort, um erste Erfahrungen zu sammeln. Du kannst Deine eigene Rede schreiben, sie vortragen und Rückmeldung bekommen. Dabei merkst Du, was Dir liegt und wo Du noch üben möchtest.

Muss ich besonders gut reden können?

Du brauchst kein Naturtalent fürs Reden. Freies Sprechen lässt sich lernen. Viel wichtiger finde ich, dass Du Dich auf Menschen einlassen und gut zuhören kannst. Eine schöne Stimme allein macht noch keine persönliche Trauerrede.

Was ist, wenn mich die Geschichten der Angehörigen selbst berühren?

Das darf sein. Du hörst schließlich von einem Menschen, dessen Leben gerade zu Ende gegangen ist, und von Angehörigen, die um ihn trauern. Wichtig ist, dass Du lernst, mit Deinen eigenen Gefühlen umzugehen und gleichzeitig für die Angehörigen da zu sein. Auch Deine eigenen Grenzen und Deine Selbstfürsorge gehören zu dieser Arbeit.

Kann ich als Trauerredner nebenberuflich arbeiten?

Ja. Wenn Du selbstständig arbeitest, kannst Du selbst entscheiden, wie viele Aufträge Du annimmst. Du kannst die Tätigkeit zunächst neben Deinem bisherigen Beruf aufbauen und später entscheiden, ob Du daraus Deinen Hauptberuf machen möchtest.

Kontakt

Frau mit Brille und grauer Strickjacke hält eine Klangschale in einem gemütlichen Raum mit Holzregal im Hintergrund

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Gundula Engels

Als leidenschaftliche Wissensvermittlerin und Begleiterin bringe ich über 25 Jahre Erfahrung in der persönlichen Entwicklungsarbeit mit. Meine Expertise speist sich aus einem fundierten Hintergrund in Psychologie, Entspannungstraining, Hypnose, mentaler Arbeit sowie der Gesundheits-, Trauer- und Aromapraktik.
Was mich auszeichnet, ist mein puristischer Ansatz: Ich vermittle Wissen klar, praxisnah und frei von Dogmen. Dabei steht für mich die individuelle Persönlichkeit meiner Klienten im Mittelpunkt. Mein Weg führte mich von der Bankkauffrau über die Ausbildungsleitung in einem mittelständischen Unternehmen bis hin zur selbstständigen Beraterin.
Persönliche Erfahrungen fließen in meine Arbeit ein und ermöglichen mir einen authentischen, herzlichen Zugang zu Menschen in Veränderungsprozessen.

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